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TU Berlin

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Bediensicherheit von Pedalen in Fahrzeugen

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Gewerblich tätige Kraftfahrer in Deutschland müssen nach den Vorgaben der Unfallverhütungs­vorschrift Fahrzeugebeim Fahren Schuhwerk tragen, welches den Fuß fest umschließt. Obwohl zahlreiche wissenschaftliche Studien zur ergonomischen Gestaltung und Anordnung von Fahrzeug­pedalen in Fahrzeugen existieren, fehlt es bislang an ausreichenden Untersuchungen zum Einfluss des getragenen Schuhwerks auf die Bediensicherheit. Die Studie untersucht den Einfluss des getragenen Schuhwerks auf die Pedalbedienung im Fahrzeug.

Hierzu führen 40 Versuchspersonen Bremsversuche mit festen Schuhen und Zehstegsandalen (Flip-Flops) in einem Fahrsimulator durch. Als abhängige Variablen werden die Reaktions-, Umsetz- und Vorbremszeiten bei unterschiedlichen Versuchsbedingungen gemessen und die erlebte Bediensicherheit der Probanden erfragt.

Die Ergebnisse zeigen bei 4 von 5 Versuchsbedingungen signifikant längere Umsetzzeiten und eine höhere Bedienunsicherheit beim Fahren mit Flip-Flops. Die gemessene Differenz der Umsetzzeit, die durch das Tragen von Flip-Flops entsteht, entspricht bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h einer zurückgelegten Fahrstrecke von 3,5 m.Massive Bremsverzögerungen treten ebenfalls bevorzugt bei einer Pedalbedienung mit Flip-Flops auf.

Die Versuchsergebnisse weisen auf ein erhöhtes Sicherheitsrisiko beim Fahren mit Flip-Flops hin. Um die Bediensicherheit beim Betätigen von Pedalen zu erhöhen sollte stärker über die Bedeutung des richtigen Schuhwerks beim Führen von Fahrzeugen informiert werden.

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Prävalenz von Gewalt gegen Taxifahrer

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In einer Befragung von 741 Taxifahrern aus Deutschland werden Zusammenhänge zwischen individuellen Eigenschaften der Fahrer und der Prävalenz von verbalen bzw. körperlichen Angriffen erfasst, Unterschiede der Auswirkungen von Gewalt auf die Opfer erfragt und Wahrscheinlichkeitsfaktoren für das Auftreten von körperlichen Übergriffen ermittelt.
57,2 Prozent der befragten Taxifahrer waren bereits einen verbalen Übergriff, 29,1 Prozent einen körperlichen Übergriff ausgesetzt. Typischerweise werden männliche, selbständige Taxifahrer nachts in ihrem Taxi überfallen. Dabei sind die Täter meist junge, angetrunkene Männer. Insgesamt musste sich ein Drittel der Überfallenen in ärztliche Behandlung begeben.
Die Ergebnisse belegen eindringlich die Notwendigkeit, systematische Präventionsmaßnahmen zur Verringerung der Gewalt gegen Taxifahrer einzuführen.

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Ergonomie und Anwendungssicherheit von Medizintechnik

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Medizinische Arbeitsplätze zur Patientenbehandlung bestehen heute überwiegend aus einer Ansammlung von unterschiedlichen Medizinprodukten verschiedener Hersteller. Nur in wenigen Entwicklungsbereichen konnten sich bislang Systemlösungen etablieren. Zwar existieren gesetzliche Forderungen zur Integration ergonomischer Anforderungen in den Entwicklungsprozess von Medizintechnik, diese berücksichtigen das Zusammenwirken unterschiedlicher Medizinprodukte am Arbeitsplatz aber nur unzureichend.

Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Sicherheit medizinischer Behandlungsprozesse wurden am Fachgebiet Arbeitswissenschaft und Produktergonomie der TU Berlin unterschiedliche Methoden und Verfahren des Usability-Engineering in der Medizintechnik entwickelt und gemeinsam mit den Herstellern von Medizintechnik erprobt. Auf der Grundlage von Arbeitsprozessanalysen können funktionale Anforderungen und Ansprüche an die ergonomische Gestaltung der Medizinprodukte erhoben und dem Entwicklungsprozess zur Verfügung gestellt werden.

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Rückengesundheit im Rettungsdienst:Evaluation des Modellprojekts „Protect your back“

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Heben und Tragen von Patienten, Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen, hoher Zeitdruck und eine große Verantwortung gehören zum Alltag von Rettungskräften. Als Folge dieser Belastungen ist die Prävalenz von Rückenbeschwerden bei Rettungssanitätern besonders hoch.

Für die Prävention sind der richtige Umgang mit technischen Hilfsmitteln und ein starkes Bewusstsein für die eigene Rückengesundheit von zentraler Bedeutung. Die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) hat hierzu das Projekt „Protect your back“ entwickelt. Im Rahmen eines Aktionstages werden an Berufsfachschulen angehende Notfallsanitäter zum rückengerechten Arbeiten motiviert. Hierzu entwickeln die Auszubildenden eigenständig Lösungsstrategien für verschiedene Rettungssituationen und erproben diese unter Anwendung der richtigen technischen Hilfsmittel. Begleitet und gecoacht werden sie dabei von Physiotherapeuten.

In einem Kooperationsprojekt der KUVB und der TU Berlin wird die Wirksamkeit von „Protectyour back“ evaluiert und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Projekts - zum Beispiel zu einer Multiplikatorenschulung - untersucht.

 

Copyright KUVB, Fotolia

Muskel-Skelett-Belastungen beim Ziehen und Schieben von Abfallsammelbehältern

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Zum Abschätzen der Belastungen beim Ziehen und Schieben von Abfallsammelbehältern werden in einem Laborexperiment Aktionskräfte und Rumpfhaltungen beim Bewegen der Behälter über einen vorgegebenen Parcours aufgezeichnet. Die Aktionskräfte werden mit zwei dreidimensionalen Handkraftmessgriffen, die Rumpfhaltungen mit einem dreidimensionalen Bewegungsanalysesystem (CUELA) erfasst.
Es wurden Initialkräfte von 88 bis 358 N und Konstantkräfte von 32 bis 163 N gemessen. Die gemessenen Rumpfneigungen betrugen von -6° bis 24°, die Rückenkrümmungen bis 31°, die Rumpfseitneigung (laterale Flexion) bis 3° und Rumpfverdrehungen (Torsion) bis 7°.
Die Studie zeigt, dass beim Ziehen und Schieben von Abfallsammelbehältern hohe Belastungen für das Muskel-Skelett-System der Müllwerker auftreten können. Auf Grundlage der Studienergebnisse wurden Empfehlungen zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen abgeleitet.

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Analyse von Hebe- und Tragetätigkeiten bei Haushaltsumzügen

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Die durchgeführte Feldstudie ermittelt die Belastung von Möbelwerkern durch das Heben und Tragen von Umzugsgut. Es werden 23 Umzüge observiert und vollständig aufgezeichnet, 5 biomechanische Bewegungsanalysen (CUELA) durchgeführt und die Belastungssituation mit Hilfe praxisorientierter Schätzverfahren beurteilt.
Erwartungsgemäß sind Möbelwerker hohen Belastungen durch das Heben und Tragen von Umzugsgut ausgesetzt. Es bestehen jedoch signifikante Belastungsunterschiede zwischen den einzelnen Mitarbeitergruppen (Träger, Stauer und Schreiner).
Die größten Defizite ergeben sich aus dem unzureichenden Einsatz der vorhandenen Hilfsmittel und dem Transport von Einzelgewichten von mehr als 40 kg. Die Ergebnisse der Umzugsbeobachtungen legen die Vermutung nahe, dass das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter überwiegend auf eine Verringerung der kardiovaskulären und nicht der muskuloskelettalen Belastung abzielt.

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Analyse des Bewegungsverhaltens von Busfahrern

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Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität beeinflussen maßgeblich die Lebensqualität und leisten einen hohen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Wohlbefinden und Gesundheit. An vielen Arbeitsplätzen liegen aber eher bewegungsarme Tätigkeiten vor. Diese physische Inaktivität führt auf Dauer zu einer Abnahme der muskulären Leistungsfähigkeit, wodurch z.B. Erkrankungen des Herz-Kreislauf- oder Muskel-Skelett-Systems begünstigt werden.

Kraftfahrer gehören zu einer besonders gefährdeten Berufsgruppe. Bei Lenkzeiten von bis zu 10 Stunden täglich sitzen sie, oft mit nur sehr eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit, hinter dem Steuer. Am Fachgebiet Arbeitswissenschaft und Produktergonomie wird deshalb erstmals das Bewegungsverhalten von Busfahrern untersucht um quantitative Aussagen zur physischen Aktivität der Fahrer zu machen. Zur Messung wird ein Bewegungsanalysesystem eingesetzt, das aus Bewegungssensoren besteht, die auf der Kleidung des Fahrers angebracht werden.

Die erwarteten Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen und helfen, Fahrerarbeitsplätze zukünftig noch besser zu gestalten.

 

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