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Medizinische Versorgung

Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht sind moderne Gesundheitssysteme durch eine stetig zunehmende Spezialisierung und damit Arbeitsteiligkeit sowie wachsende Technisierung geprägt. Sowohl Expertentum als auch „Hightech“-Versorgungsleistungen sind sowohl Grundlage als auch Folge des biomedizinischen Fortschritts. Allerdings führen sie, neben potentiell steigenden Kosten, auch zu einer strukturellen Fragmentierung des Gesundheitssystems. Dadurch müssen zum einen Versorgungsleistungen, selbst für klar definierte Krankheitsbilder, zwischen mehr und mehr GesundheitsexpertInnen räumlich und fachlich koordiniert werden. Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit von Informationslücken und Missverständnissen und letztlich einer ineffektiven, wenn nicht gar fehlerhaften, Versorgung.

Zum anderen ergibt sich aus der strukturellen auch eine soziale Fragmentierung im Gesundheitssystem, bei der Versorgende nicht mehr für PatientInnen, sondern „nur“ für eine klar abgrenzbare Versorgungsleistung Verantwortung übernehmen. Zudem führt die mit zunehmender Arbeitsteiligkeit einhergehende Austauschbarkeit von PatientInnen und GesundheitsexpertInnen dazu, dass persönliche Beziehungen und damit ein adäquates Verständnis für die Bedürfnisse von PatientInnen erschwert werden. Am Ende sind PatientInnen häufig auf sich gestellt, wenn es darum geht, komplexe Behandlungspläne – nicht selten mehrere gleichzeitig – zu verstehen, umzusetzen und in den Alltag zu integrieren.

Unsere Forschung nutzt ethnographische Methoden, um zu erfassen, vor welchen Koordinationsproblemen GesundheitsexpertInnen und PatientInnen stehen. Wir nutzen Big-Data Modellierung, Fragebögen und Feldexperimente, um Interventionen zu testen, die diese AkteurInnen bei Koordinationsaufgaben möglichst effektiv unterstützen und so die Versorgungsqualität sichern. Eine zentrale Frage ist dabei, wie Koordinationsprozesse – sowohl durch Veränderung der Arbeitsstrukturen als auch durch Bildungsinterventionen – standardisiert und gleichzeitig die Versorgung an den individuellen Bedarf der PatientInnen angepasst werden kann.  

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